Da
- betrügt einer nach allen Regeln der Kunst seine Wissenschaft und seine Dozenten,
- erschleicht sich durch seinen Doktortitel gewaltige Karriere- und geldwirksame Vorteile,
- spielt, nachdem er entlarvt worden ist, den reuigen Sünder
- genau so weit, wie die Schandtaten längst schon offenbar sind
(Der Satz: "Ich habe mir an diesem Wochenende noch einmal meine Arbeit angesehen" hätte in Wirklichkeit heißen müssen – "Ich habe mir an diesem Wochenende das Wissen meiner Gegner angesehen")
- stilisiert seine geschickt vorgetragene "Reue" sogar zum neuen Moralstandart hoch
- hält zeitgleich staatstragende Traueransprachen für gefallene Soldaten
und will unbedingt Minister bleiben.
Als anständiger Mensch muss man empört sein – zumal, wenn man die tief lügnerische Strategie der Verteidigung durchschaut.
Als unanständiger Mensch findet man allerdings 1000 Entschuldigungsgründe –
ich denke nur an Horst Seehofer, der
1. wie Guttenberg katholisch ist (der Käsmann-Faktor scheint eine rein protestantische Erscheinung zu sein)
2. Guttenberg beim Machtverbleib bestärkt, weil er
3. selbst schon einen Empörungssturm der Anständigen durchgestanden hat, als er
4. seine hochschwangere junge Geliebte und sein noch ungeborenes Kind für seinen Machtverbleib im Stich ließ und verriet.
Unanständige können im Unanstand nichts Schlimmes finden – jedenfalls nicht, so lange er ihnen nicht selbst zum Nachteil wird.
Vor diesem Hintergrund möchte ich die Unanständigen unter uns warnen:
Wer beobachtet hat,
- mit welchem Geschick uns Guttenberg alle seine Lügen verkauft,
- welche höchsten Grad an Blendung er entfaltet, um Vertrauen zu erzeugen
(man denke in diesem Zusammenhang auch an seinen Doktorvater, der Guttenberg für einen Musterschüler hielt obwohl der nur ein Examen von 3-Minus hatte, und dem in jahrelanger intimer Zusammenarbeit mit ihm der Gedanke, betrogen zu werden, nicht im Geringsten kam)
wer gesehen hat,
- wie selbstverständlich staatstragend und mit welch – vorgespielter – innerer persönlicher Wärme er die Toten-Ansprache für die neu gefallenen Soldaten hielt,
- und dies, obwohl in der Republik der Kampf um seine Ehrenhaftigkeit schon aufs höchste loderte –
darf sicher sein, dass er uns auch in seiner Eigenschaft als Verteidigungsminister betrügt.
Die Unanständigen, die jetzt zu profitieren glauben, werden bald selbst Opfer des Herrn Minister sein.
Wir übrigen allerdings nicht weniger:
Lügner und Blender in der Politik müssen selbstverständlich gegen jede Menungs- und vor allem Pressefreiheit sein und alle kritischen Menschen mundtot – oder besser ganztot – machen.
Wenn WIR uns Lügner und Betrüger in den oberen Etagen gestatten, ist die Demokratie zerstört – und Recht und Freiheit werden nur noch Wunschträume sein.
Möge die gefährliche Schmierenkomödie beendet werden –
Frau Merkel:
geben Sie den Posten für einen ehrenhaften Menschen frei.
Ralph Boes
Berlin