Dienstag, 1. März 2011

Der Meisterlügner von Guttenberg ...

Das ist schon ein Ding:

Da
- betrügt einer nach allen Regeln der Kunst seine Wissenschaft und seine Dozenten,
- erschleicht sich durch seinen Doktortitel gewaltige Karriere- und geldwirksame Vorteile,
- spielt, nachdem er entlarvt worden ist, den reuigen Sünder
- genau so weit, wie die Schandtaten längst schon offenbar sind
(Der Satz: "Ich habe mir an diesem Wochenende noch einmal meine Arbeit angesehen" hätte in Wirklichkeit heißen müssen – "Ich habe mir an diesem Wochenende das Wissen meiner Gegner angesehen")
- stilisiert seine geschickt vorgetragene "Reue" sogar zum neuen Moralstandart hoch
- hält zeitgleich staatstragende Traueransprachen für gefallene Soldaten
und will unbedingt Minister bleiben.

Als anständiger Mensch muss man empört sein – zumal, wenn man die tief lügnerische Strategie der Verteidigung durchschaut.

Als unanständiger Mensch findet man allerdings 1000 Entschuldigungsgründe –
ich denke nur an Horst Seehofer, der
1. wie Guttenberg katholisch ist (der Käsmann-Faktor scheint eine rein protestantische Erscheinung zu sein)
2. Guttenberg beim Machtverbleib bestärkt, weil er
3. selbst schon einen Empörungssturm der Anständigen durchgestanden hat, als er
4. seine hochschwangere junge Geliebte und sein noch ungeborenes Kind für seinen Machtverbleib im Stich ließ und verriet.

Unanständige können im Unanstand nichts Schlimmes finden – jedenfalls nicht, so lange er ihnen nicht selbst zum Nachteil wird.

Vor diesem Hintergrund möchte ich die Unanständigen unter uns warnen:
Wer beobachtet hat,
- mit welchem Geschick uns Guttenberg alle seine Lügen verkauft,
- welche höchsten Grad an Blendung er entfaltet, um Vertrauen zu erzeugen
(man denke in diesem Zusammenhang auch an seinen Doktorvater, der Guttenberg für einen Musterschüler hielt obwohl der nur ein Examen von 3-Minus hatte, und dem in jahrelanger intimer Zusammenarbeit mit ihm der Gedanke, betrogen zu werden, nicht im Geringsten kam)
wer gesehen hat,
- wie selbstverständlich staatstragend und mit welch – vorgespielter – innerer persönlicher Wärme er die Toten-Ansprache für die neu gefallenen Soldaten hielt,
- und dies, obwohl in der Republik der Kampf um seine Ehrenhaftigkeit schon aufs höchste loderte –
darf sicher sein, dass er uns auch in seiner Eigenschaft als Verteidigungsminister betrügt.
Die Unanständigen, die jetzt zu profitieren glauben, werden bald selbst Opfer des Herrn Minister sein.

Wir übrigen allerdings nicht weniger:
Lügner und Blender in der Politik müssen selbstverständlich gegen jede Menungs- und vor allem Pressefreiheit sein und alle kritischen Menschen mundtot – oder besser ganztot – machen.
Wenn WIR uns Lügner und Betrüger in den oberen Etagen gestatten, ist die Demokratie zerstört – und Recht und Freiheit werden nur noch Wunschträume  sein.

Möge die gefährliche Schmierenkomödie beendet werden –
Frau Merkel:
geben Sie den Posten für einen ehrenhaften Menschen frei.


Ralph Boes
Berlin

Kommentare:

  1. ich bin auch empört über diesen feinen Herren. Was ich aber für mindestens genauso empörend halte sind die Relativierungsversuche der Partei- und Koalitionsangehörigen, sowie die Unterstützung der Bild. Dass sich Menschen, und wenn sie auch Bildleser sind, so instrumentalisieren lassen von einem, der sie höchstens als Kanonenfutter wahrnimmt,lässt tief blicken auf dieses Land.

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  2. Haha, sehr witzig, der letzte Satz.

    Ne, wirklich. Wie kann der Kopf alle Lügner und Betrüger (Frau Merkel) ihresgleichen verraten und einen "Posten" für einen ehrenhaften Menschen freigeben?
    Diese Forderung ist in sich selber schon unlogisch, denn ein freiwerdender "Posten" im Haifischbecken ist sicher nicht für eine ehrenhaften Menschen gedacht als vielmehr für eine "ehrenhaften" Nachfolger, passend zur restlichen Belegschaft.

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  3. Eine Frage zum letzten Satz:

    Welchen Posten soll Frau Merkel für einen ehrenwerten Menschen freimachen?

    Den von Gutti, ihren eigenen oder gleich beide?

    Aber jetzt mal ernsthaft: Merkel kann Gutti nicht gehen lassen, ohne eine fundamentale Regierungskrise unvorhersehbaren Ausmaßes zu riskieren. Vielleicht wäre er (mit Blick auf den langfristig wesentlich geringeren Schaden) schon selbst zurückgetreten, wenn sie ihn nicht am Rücktritt hindern würde? Ich halte diese Möglichkeit für durchaus nicht unwahrscheinlich.

    Gruß, GüSö

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  4. Hallo lieber Ralph,
    Da giebst Du deinem Namen aber nicht die Ehre :-) Wenn schon ein Kommentar von deiner Seite zu diesem "Vorfall", dann doch bitte "Bitte(r)-Boes". Ich selbst habe meine Freundin gestern Abend gebeten, das Fernsehen und die damit einhergehenden Nachrichten auszumachen. Ich bin nicht mehr in der Lage mir diesen Wahnsinn anzuschauen, geschweige irgendwie darauf öffentlich zu reagieren. Es lähmt mich bis auf die Knochen.
    Meine Wut auf dieses System bekommt RAF-Sympatische Züge und davor habe ich wirklich Angst - denn ich kenne meine konsequente Art. Ich hoffe ich muss diese dunkle Seite meines Wesens nicht mehr erleben. Also die Bitte an dich lieber Ralph, bevor du den Text weiter schickst, schau mal ob's nicht noch ein bisschen "böser" geht :-))

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  5. Wie der Herr sos Gscherr...wan kommt die FDJ Glucke unters Messer??(ihr Kuecken hats ja ueber den Jordan geschaft..Friede seiner Pomade)

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  6. "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein."
    Johannes-Evangelium: 8,7

    Beschäftigt euch als erstes mit eurem eigenen Leben, euren Schatten und Abgründen. Herr Guttenberg ist wohl in seinem um einiges weiter gekommen als ihr "Anständigen".

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  7. @ Christoph Prange: durch SEINE KRITIKER ist Guttenberg "weitergekommen" - keineswegs irgendwie durch sich selbst!!! Und jetzt werden diese Kritiker von seinen Sympatisaten befeindet. Man erklärt DIE FEUERMELDER dazu DIE BRANDSTIFTER zu sein! Und die Lügenhaftigkeit, die ein strukturelles Merkmal z.G.`s Person ist (s.Doktorarbeit, s. Webseite, s. Lebenslauf, s. alle seine Verteidigungsstrategien) wird bis heute bagatelisiert.
    Ich möchte behaupten: Guttenberg ist so beliebt, nicht, weil er so viel leistet, sondern WEIL ER SO GUT BLENDEN KANN.

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